Impressum

Verantwortlich für den Inhalt dieser Seite ist Manuel Ziegler. Die inhaltliche Verantwortung von auf dieser Seite veröffentlichten Artikeln liegt bei den jeweils angegebenen Autorinnen.

Nationalrechtliche Beschwerden und Einwände gegen einzelne Inhalte richten Sie bitte per E-Mail an spam@manuelziegler.de.

Für ethische, sprachliche oder inhaltliche Einwände und Fragen und alle weiteren Belange, kontaktieren Sie mich gerne per E-Mail, Telefon oder postalisch:

Manuel Ziegler
Josef-Wirth-Weg 21
App. A 055
80939 München

Zur Verwendung des generischen Femininums

In der deutschen Sprache wird häufig dann, wenn von einer, dem Geschlecht nach nicht näher bestimmten Gruppe von Menschen (z.B. Studenten) oder oft auch von stellvertretend für die Individuen einer solchen Gruppe aus selbiger herausgegriffenen, abstrakten Personen (z.B. Internetnutzer), gesprochen wird, das sogenannte generische Maskulinum verwendet. Dies kann (und aus dem historischen Kontext heraus muss man das vielleicht sogar) als ein in der Sprache manifestiertes Unterdrückungsmuster verstanden werden, bei dem der Mensch als ein zunächst männliches Geschlecht verstanden wird, dessen weibliche Individuen ihre Daseinsberechtigung erst aus der Existenz ihrer männlichen Artgenossen beziehen. Belege für eine derartige interpretation des Menschen findet bereits in der Schöpfungsgeschichte des Alten Testaments, der Politik vieler konservativer Parteien, ja sogar in der Wissenschaft der letzten Jahrzehnte (vgl. Butler, Judith. Gender Trouble, 1990). Schlimmer noch als die mangelnde Gleichberechtigung der Geschlechter in der Sprache ist die bis heute nicht vorhandene Gleichberechtigung der Geschlechter in der Gesellschaft.

Da die Sprache sehr eng mit dem menschlichen Denken verknüpft ist, gilt es, ebensosehr wie eine nicht nur nominelle Gleichberechtigung der Geschlechter im Alltag zu erreichen, die in der Sprache vorhandene Vormachtstellung des männlichen Geschlechts aufzubrechen. Deshalb sollten alle Texte möglichst geschlechtersensibel formuliert werden, das ist sicherlich ein Punkt auf den sich alle Individuen einigen können. Darüber, wie ein solch geschlechtersensibel formulierter Text jedoch aussieht, sind in der Vergangenheit bereits heftige Diskussionen entbrannt und auch heute werden diese Diskussionen mit einer sehr großen Emotionalität geführt.

Ich persönlich bin grundsätzlich der Meinung, dass es erforderlich ist, eine geschlechtsneutrale Formulierung für die Gelegenheiten, in denen das Geschlecht der Subjekte entweder unbekannt oder irrelevant ist, zu finden, bin jedoch mit vielen der gängigen, praktischen Formulierungen unzufrieden, denn Formulierungen wie "Nutzer/-innen" oder "Nutzer und Nutzerinnen" und gewissermaßen sogar die Formulierung "NutzerInnen" thematisiert den Geschlechterunterschied unnötig wieder und kann leicht die Notwendigkeit einer Unterscheidung zwischen den Geschlechtern suggerieren.

Da jedoch in der deutschen Sprache weiterhin das generische Maskulinum vorherrscht, bin ich zunächst dazu übergegangen, statt dieses generischen Maskulinums ein generisches Femininum zu gebrauchen. Damit sollen sich alle Leserinnen und Leser und auch diejenigen, die sich keinem der beiden sozialen Geschlechter zugehörig fühlen (Im deutschen haben wir nämlich viel größere Probleme biologisches und soziales Geschlecht zu unterscheiden. Während im englischen Sprachgebrauch mit sex und gender zwei unterschiedliche Begriffe dafür existieren, verwechseln wir im deutschen gerne soziales und biologisches Geschlecht oder verrühren es zu einem Einheitsbrei.), angesprochen fühlen. Ich habe mich bewusst für eine radikale Gegenposition zur vorherrschenden Praxis entschieden, um einerseits Aufmerksamkeit auf diese Problematik zu lenken und andererseits aktiven Widerstand gegen diese Sprachpraxis und ihre Auswirkungen auf die Gesellschaft (und umgekehrt) zu leisten. Sobald eine Gleichberechtigung der Geschlechter in Sprache und Gesellschaft hergestellt ist, werde ich zu einer geschlechtsneutralen Formulierung übergehen, aber das ist noch ein weiter Weg.

Da dies nur eine sehr kurze Stellungnahme darstellt, fällt auch die Schilderung der Problematik sträflich knapp aus und berücksichtigt nur wenige Aspekte. Für eine Einführung in die Thematik empfehle ich Ursula Doleschals "Das generische Maskulinum im Deutschen. Ein historischer Spaziergang durch die deutsche Grammatikschreibung von der Renaissance bis zur Postmoderne".

Haftungsausschluss

Auch wenn Nationalstaaten glauben, das Internet durch regionale Vorgaben und Regelungen kontrollieren zu können, weigere ich mich, mich derartigen Vorgaben zu unterwerfen.

Stattdessen beurteile ich die Inhalte dieser Seite nach ethischen Kriterien und bitte auch meine Leserinnen, diese nach derartigen Kriterien zu bewerten.

Lizensierung der Texte auf dieser Seite

Alle auf dieser Seite verfügbaren Texte sind, sofern das von den jeweiligen Autorinnen nicht ausdrücklich anders gewünscht und auf der Seite des betreffenden Artikels entsprechend vermerkt ist, unter der Creative Commons Attribution-NonCommercial 4.0 International (CC-BY-NC 4.0) Lizenz lizensiert und dürfen von Ihnen unter Berücksichtigung folgender Bedingungen verändert und weiterverbreitet werden:

  • Sie müssen stets die ursprünglich zur Verfügung gestellten Informationen bezüglich Urheberinnen, Copyright-Vermerken, Lizenzen und Disclaimer des Textes nennen. Außerdem müssen Sie auf den Originaltext verlinken.
  • Sie müssen Änderungen an den Texten in einer Form kenntlich machen, die den Eindruck vermeidet, die ursprüngliche Urheberin würde Ihren Verwendungszweck oder Ihre Änderungen selbst befürworten oder unterstützen.
  • Sie dürfen die Texte nicht für kommerzielle Interessen verwenden, d.h. der primäre Verwendungszweck darf weder durch (finanzielle) Vergütungen, noch durch anderweitige kommerzielle Vorteile intendiert sein. Sollten Sie unsicher sein, ob Sie einen Text zu dem von Ihnen intendierten Verwendungszweck nutzen dürfen, setzen Sie sich am besten mit der entsprechenden Autorin in Verbindung.